Wildman – Ein Chris Taylor Spiel in der Entstehung

In diesem Video lernt ihr Chris Taylors Denkprozess bei der Entwicklung seines neuen Projekts Wildman. Besonders interessant ist dabei, dass es sich um eine neuartige Kombination zweier Genres handelt. Und praktisch als Bonus-Lektion kann man hier beobachten, wie skeptisch Spieler gegenüber neuartigen Konzepten sind. Man möchte meinen, dass all diejenigen vielen Spieler, die sich seit Jahren über mangelnde Innovation beklagen, sofort ihre volle Unterstützung zeigen würden. Wer dies möchte, kann es jetzt sofort beim Wildman-Kickstarter-Projekt nachholen.

Bugtracking für Einsteiger

Eine kleine Einführung in das Bugtracking mit “Mantis” oder ähnlichen Tools. Es richtet sich an absolute Einsteiger, die einen Job als Spieletester anstreben.

Grafik ist nicht Ästhetik

The Escapists Extra Credits bringt mal wieder auf den Punkt, was schon längst einer breiteren Öffentlichkeit hätte vermittelt werden müssen: Grafik ist nicht gleich Ästhetik:

Portfolio Optimierung

Benny Kayser, derzeit tätig als Level Designer am Projekt Drakensang Online für die Bigpoint GmbH, schreibt in einem längeren Beitrag über die Optimierung von Portfolios folgendes:

Ein Online Portfolio ist die Visitenkarte eines jeden Artists und Designers. Sie zeigen die eigene Arbeit, die eigenen Skills und das Potential für zukünftige Arbeitgeber. Denn genau die, können anhand dieser Ausstellung genau sehen, was man drauf hat und wo man eingesetzt werden kann. Die richtige Präsentation ähnelt einer Bewerbung und genau hier muss man wissen wie solch ein Online Portfolio aufgebaut sein sollte. Eine schöne Präsentation ist tatsächlich Gold und eine Chance, die man sich nicht verbauen sollte.

Doch wer braucht ein Portfolio? Theoretisch kann sich jeder ein Portfolio zulegen. Egal ob Producer, Programmierer, Quality Assurance oder sogar Sound Designer. Jeder, der was zeigen kann, kann sich ein Portfolio aufbauen. In unserem Beispiel werden wir das Thema Online-Portfolio auf Level-Designer fokussieren.

Natürlich darf man die Frage stellen, womit man am besten und am schnellsten ein Portfolio hochziehen kann. Wer sehr viel Zeit investieren möchte und natürlich auch sämtliche Websprachen beherrscht, der kann das ganze komplett selbständig aufbauen. Will man sich aber nicht darum kümmern, sondern nur um den Inhalt und die Gestaltung des Portfolios, kann man auch auf den aktuellen Trend setzen: WordPress zum Beispiel. WordPress ist eigentlich eine Blog-Software, aber dank der komfortablen Möglichkeiten zur Individualisierung und der unkomplizierten Adminoberfläche kann es einfach zum Aufsetzen eines Portfolios verwendet werden.

Wer Wert auf das Aussehen legt, muss unbedingt darauf achten, dass das Ganze dezent wirkt und nicht zu sehr von seiner Ausstellung ablenkt. Desweiteren muss man darauf achten, wenn man verschiedene Seiten verwendet, dass man schnell und unkompliziert die Gallery erreicht. In Fachkreisen ist der Standard maximal zwei Klicks bis zur Gallery. Besucher eines Portfolios sind nicht faul, ganz im Gegenteil – nein sie wollen nur so schnell und einfach wie möglich zu den nötigen Informationen, da kann man sie nicht ewig durch die Gegend umleiten.

Wer allerdings weniger auf das Aussehen achten möchte, sondern den Besucher 100% auf seine Werke aufmerksam machen will, der kann sein Portfolio tatsächlich sehr schlicht gestalten. Es reicht tatsächlich aus,  nur eine einzige Seite anzulegen. Angefangen mit einem Resume und darunter die Gallery – fertig. Auch das ist tatsächlich gern gesehen und so ziemlich die schnellste Lösung. Aber irgendwann wird es soweit sein, dass man so viel Content zum Zeigen hat, dass das nicht mehr auf eine Seite passt. Dann muss man sich neu sortieren und die Seite etwas aufwendiger gestalten, denn nicht vergessen – das Portfolio muss schnell abrufbar sein.

Wenn man anfängt das eigene Portfolio zu befüllen, sollte man folgendes beachten: Niemals, absolut niemals Flash verwenden. Wenn Videos von den eigenen Arbeiten eingefügt werden sollen, ist ein Youtube -oder Vimeo-Video absolute Ausnahme. Das hat folgende Gründe: Flash ist langsam und nichts ist bei der Präsentation schlimmer als ein Ladebalken. Flash lässt sich nicht auf iPhones abspielen und viele wichtige Besucher, die unter anderem entscheiden sollen ob man für einen Job in Frage kommt, können dann eventuell das Portfolio nicht einsehen. Denn oft sind ausgerechnet diese Leute mit einem iPhone ausgestattet. Niemand will bei Webseiten einen Workaround machen: lädt das Portfolio zu langsam oder gar nicht, wird die Website geschlossen und das war’s. Also: No Flash!

Screenshots: Level Designer sollten von ihren schönsten erstellten Maps Screenshots machen. Bevor man anfängt wild rumzuknipsen, schraubt man die Grafik des Spieles, für welches man die Levels gebaut hat, auf das absolute Maximum und dann macht man Screenshots. Absolutes NoGo ist übrigens die Bilder im Nachhinein offensichtlich aufzumotzen, wie z.B.: nachträgliches schärfen, Konturen nachziehen oder ähnliches. Wenn man das nicht wirklich kann, sein lassen! Zusätzlich markiert man jeden Screenshot mit dem eigenen Namen und dem Portfolio. Warum? Man kann davon ausgehen, dass der eventuelle neue Arbeitgeber ein paar Beispiele herunterladen wird, um sie Kollegen zu zeigen. Da man aber nicht die einzige mögliche interessante Person ist, kann es sein, dass man dann die Bilder später nicht mehr zuordnen kann. Durch eine einfache Markierung kann dieses Problem umgangen werden.

Nun hat man sein Portfolio fertig und wie ruft man es nun am besten auf? Richtig, mit einer vernünftigen Toplevel-Domain, z.B.: www.mein-portfolio.de oder .com oder .net. Was hier absolutes No-Go ist, sind Sublevel-Domains wie  .de.vu oder ähnliches, das wirkt unprofessionell. Selbiges gilt für jegliche Art von Werbung, das hat in einem Portfolio nichts zu suchen. Auch sollte man sich genau überlegen welche Domain man dafür registrieren will. Es macht wenig Sinn, wenn man sie zum Beispiel www.dragon-eater.de nennt. Die beste und seriöseste Wahl ist der eigene Name, wie in meinem Fall www.benny-kayser.net. Klar, das klingt irgendwo alles spießig, aber es ist Fakt, dass man auf solche Details wert legt und so „digitalen Arbeitsproben“ ernst genommen werden.

Wie schon erwähnt, Portfolios sind die moderne Art der Bewerbung und Präsentation von Arbeitsproben. Man sollte sich Zeit dafür nehmen, andere Portfolios studieren und Ideen zu sammeln und nicht einfach alles ungeplant irgendwo hinklatschen. Es ist wichtig, dass das Portfolio ein System hat. Es gibt keine Richtlinie wie bei einer Bewerbung, aber es gibt Insider-Standards die man kennen sollte. Mit diesen genannten Tipps sollte man in der Lage sein, mit dem Portfolio aufzufallen und die nötige Beachtung zu bekommen. Im Übrigen ist es nicht verkehrt, im Resume zum Linkedin -und Xing-Profil zu verweisen, denn das Networken ist mittlerweile ein wichtiger Bestandteil der Branche.

Natürlich gibt es noch weitere sehr nützliche Tipps. Wer sich noch tiefgründiger mit diesem Thema beschäftigen will, kann gern bei der internationalen Game Developer Gemeinschaft “Mapcore” (www.mapcore.net) in der Rubrik “Portfolios” vorbeischauen. Und wer auf Nummer sicher gehen möchte, darf dort auch sein Portfolio vorstellen und wir bewerten es.

Jonathan Blow (Braid) über Game Design

Das folgende Video ist ein Ausschnitt aus einem Vortrag von Jonathan Blow, dem Schöpfer des erfolgreichen und vielfach ausgezeichneten “Braid”. Es geht im Wesentlichen um die Frage in Welcher Art Spiele den Spieler motivieren sollten. Den Vergleich der möglichen Stimuli mit Essen auf der einen und Drogen auf der anderen Seite scheint angemessen.

Leider wurde dieses Video viel zu selten angeschaut. Aber das können wir ja ändern.

Über die Ausbildung zum Game Designer

In Deutschland widmen mittlerweile immer mehr private Institute dem Bereich Game Design einen eigenen Studiengang. Die teils beträchtlichen Gebühren für diese Kurse oder Studiengänge werfen die Frage auf, inwieweit eine solche Ausbildung oder ein solches Studium Sinn macht.

Wissen ist frei.

Ein paar Denkansätze für diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, ein solches Studium bzw eine solche Ausbildung zum Game Designer oder Spieleentwickler anzugehen:

Richtig ist, dass sich für jede Arbeit ein grundsätzliches Handwerkszeug ermitteln lässt, das für eine effiziente und effektive Zusammenarbeit hilfreich ist. Ich denke jedoch, dass eine staatliche Normierung oder ein starres Curriculum keinesfalls zwingend nötig ist, um auf den Beruf des Game Designers (oder jeden anderen Beruf) vorzubereiten. Engagierte Autodidakten beweisen dies mit ihrer Arbeit immer wieder. Und keine staatlich anerkannte Ausbildung und kein Studium dieser Welt waren jemals absolute Garantien für fachliche Kompetenz: Auch ein Maurermeister kann ein schiefes Haus bauen.

Jedwede Fähigkeit zu erlernen bedarf es nicht zwingend einer Aufsicht oder gar eines Zertifikats. Zugleich ist Spieleentwicklung und speziell Game Design als Tätigkeit viel zu jung, viel zu ungenau definiert, um wirklich die einen Lehrplan zusammenstellen zu können, der zum Soforteinstieg in jedes Studio qualifiziert und zugleich jeden Absolventen zum Design origineller Spielkonzepte befähigt.

Hinzu kommt, dass das Arbeitsniveau in Studios sehr unterschiedlich ist. Während in einigen Unternehmen (zum Beispiel aufgrund zeitlicher Mängel) lediglich auf grundsätzliche Funktionsfähigkeit der Spiele geachtet wird, ist anderswo täglich hohe Kreativität und originelles Game Design gefragt und gefordert.

Auch sollte man im Hinterkopf behalten, dass all diese Institute auch dann ihr Geld von den Studenten bekommen, wenn diese keine gute Ausbildung erhalten. Ein Studium an einem solchen Institut ist keinesfalls eine Jobgarantie. Sicherlich hilft eine hohe Ausbildungsqualität und die dadurch vielleicht höheren Erfolge der Absolventen den Instituten als Werbung. Darauf angewiesen sind sie aufgrund ihres Geschäftsmodells jedoch nicht.

Die akademische Beschäftigung mit dem Thema Spiele und Spieleentwicklung ist richtig und wichtig. Forschung in diesem Bereich kann viele Fortschritte bewirken. Ein kommerzielles Ausbildungssystem ist jedoch weder zwingende Folge, noch Vorraussetzung dafür. Auch gamedevtipps.de ist ein Projekt, um Wissen zu sammeln, zu mehren und zu teilen.

Alle Inhalte, die nach Lehrbuch unterrichtet werden, sind zunächst einmal genau das: in schriftlicher Form verfügbar. Sie könnten so ebenfalls ganz ohne Zahlung irgendwelcher Gebühren gelesen und gelernt werden. Gerade in Zeiten des Internet bewahrheitet sich: Wissen ist frei.

Wer lieber im Rahmen eines festen Korsetts lernt, die Unterstützung von Kommilitonen sucht und wer ohne den “Druck” einer Prüfung und monatlicher Zahlungen nicht zu motivieren ist, sich fortzubilden und mehr zu lernen, für den ist sicherlich eine institutionell organisierte Ausbildung genau das richtige.

Das Leben ist der beste Lehrmeister.

Eine Alternative stellt der direkte Sprung in die Praxis dar. Dies muss nicht einmal ein Praktikum als Game Designer in einem professionellen Unternehmen sein, sondern kann auch zu Hause im stillen Kämmerlein erfolgen, entweder alleine oder im Team im Rahmen zum Beispiel einer “Mod”. Wer ein ganzes Spiel vollständig und bis zur Veröffentlichung durchentwickelt hat und dabei mit offenen Augen vorgeht, der weiß anschließend, was nötig ist, um Spiele zu entwickeln. Es ist die Praxis, aus der sich besten Lehren ziehen lassen. Und diese Lehren können auch heißen, dass es sinnvoll wäre, sich das eine oder andere Buch über Psychologie oder Spieltheorie zu Gemüte zu führen. Auch dies kann wieder kostengünstig und ganz ohne ein starres Curriculum erfolgen.

Man kann sagen, dass der beste Ausbilder die eigene Motivation ist, seine Fähigkeiten zu verbessern und sich stets selbst zu übertreffen. Alte Handwerker würden dies sicherlich “Handwerkerehre” nennen: Der Anspruch, immer nur das Beste zu leisten.

Ein Game Designer benötigt viele Fähigkeiten. Er muss seine Ideen allen Teammitgliedern effizient vermitteln können, muss in der Lage sein, komplexe Systeme und Mechaniken zu entwickeln um das Gameplay abzubilden und sollte stets fähig zu Kritik und Selbstkritik bleiben.

Die besten Geschichten schreibt das Leben.

Aufgabe eines Game Designers ist außerdem die direkte Ansprache des Spielers, das Vermitteln von Emotionen und Erlebnissen. Viele philosophische Gedanken fließen in die Entwicklung fesselnder Spiele ein. Reflexionen über das Leben und ethische Fragen sind das Salz in der Suppe vieler moderner RPGs. Sehr gut bringt dies ein Video von “The Escapist” auf den Punkt:


Mitarbeit bei gamedevtipps.de

Wer unter den erfahrenen Entwicklern gerne selbst seine Einblicke und Tipps mit anderen Entwicklern oder auch engagierten Neueinsteigern teilen möchte, ist herzlich eingeladen, bei gamedevtipps.de mitzumachen. Schickt uns einfach mit Hilfe des Kontaktformulars eure Vorschläge, Tipps oder Hinweise und wir werden euch schnellstmöglich kontaktieren, damit eure Entwicklertipps hier veröffentlicht werden können.

Entwicklertipps auf gamedevtipps.de

Bei den Hinweisen zur Ausbildung oder dem Studium zum Spieleentwickler oder Game Designer wird es auf gamedevtipps.de selbstverständlich nicht bleiben. Vielmehr planen wir, interessantes Material besonders auch für bereits im Beruf stehende Spieleentwickler zusammenzutragen.

Doch auch wenn die entsprechenden Pläne und Konzepte bereits festgezurrt sind, kommt eines nach dem anderen. Und so wird es noch einige Wochen dauern, während derer “Mysterium Spieleentwickler – Schritt für Schritt vom Wunsch zur Karriere” fertiggestellt und veröffentlicht wird, bis diese Pläne durchgeführt werden. Immer schön geduldig ein Milestone nach dem anderen…